Darum geht es hier:
Berge Kufstein: Felsige Wände rund um die Stadt
Wer in Kufstein aus dem Zug steigt oder mit dem Auto ankommt, sieht sofort, was diese Stadt so besonders macht. Sie wird regelrecht eingerahmt von Bergen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite hast du die schroffen, hellen Kalkfelsen des Kaisergebirges, die fast schon einschüchternd wirken, und auf der anderen Seite den grünen, bewaldeten Rücken des Pendlings. Diese Mischung sorgt dafür, dass Kufstein für Bergsteiger genauso attraktiv ist wie für Leute, die einfach nur einen gemütlichen Nachmittag auf einer Alm verbringen wollen.
Der Wilde Kaiser als alpines Aushängeschild
Wenn man vom Kaisergebirge spricht, meinen die meisten zuerst den Wilden Kaiser. Er ist der südliche Teil des Massivs und weltweit bei Kletterern bekannt. Die Gipfel hier sind extrem markant und bestehen aus hellem Wettersteinkalk. Der höchste Punkt ist die Ellmauer Halt mit stolzen 2.344 Metern. Namen wie die Fleischbank oder der Totenkirchl klingen für Laien vielleicht etwas gruselig, sind aber in der Alpingeschichte legendär. Für normale Wanderer ist der Wilde Kaiser eher ein Ziel für anspruchsvolle Tagestouren, bei denen man oft ordentlich Höhenmeter machen muss. Man spürt hier oben richtig die Kraft der Alpen, weil das Gelände steinig, schroff und sehr alpin ist.
Der Zahme Kaiser und das bizarre Hochplateau

Nördlich des Kaisertals schließt sich der Zahme Kaiser an. Auch wenn der Name „zahm“ klingt, ist das Gelände trotzdem ordentlich steil, aber insgesamt etwas niedriger als beim wilden Bruder. Von Kufstein aus führt der Weg oft über den Kaiseraufstieg hinauf zur Naunspitze auf 1.633 Metern. Wenn man dort oben steht, hat man einen fast senkrechten Blick hinunter auf den Inn. Ein absolutes Highlight im Zahmen Kaiser ist das Gebiet rund um das Petersköpfl. Dort oben sieht es aus wie in einer Mondlandschaft, weil hunderte kleine Steintürmchen – sogenannte Steinmandl – die weiten Felsplatten zieren. Das ist eine ganz eigene Welt, die man so in den Alpen selten findet. Von der Altstadt Kufstein kommst du durch das ins Kaisertal direkt in den Zahmen Kaiser.
–> entdecke das Kaisertal
Eine Besonderheit in den Kufsteiner Bergen ist die Tischofer Höhle am Fuße des Zahmen Kaisers. Sie ist im Grunde das älteste bewohnte „Haus“ Tirols. Wer den Abstieg in den Klausen-Talkessel wagt, betritt einen Ort, der seit Zehntausenden von Jahren als Zufluchtsort für Mensch und Tier dient. Schon der erste Anblick der Höhle ist beeindruckend, da sie nicht versteckt liegt, sondern mit einem gewaltigen Eingangsbereich aufwartet. Das Portal ist etwa 20 Meter breit und über 8 Meter hoch, was der Höhle eine kathedralenartige Wirkung gibt. Das Tageslicht dringt weit in den vorderen Bereich ein, sodass man auch ohne künstliches Licht die Dimensionen sehen kann.
–> Tischofer Höhle
Der Pendling als Logenplatz der Einheimischen

Auf der gegenüberliegenden Innseite liegt der Pendling. Mit seinen 1.563 Metern ist er der absolute Hausberg der Kufsteiner. Er ist zwar nicht so schroff wie der Kaiser, bietet aber dafür den wohl besten Rundumblick der Region. Da der Pendling etwas isoliert steht, kann man vom Gipfel aus in alle Richtungen schauen: tief hinein in das Inntal Richtung Innsbruck, hinüber zum Wilden Kaiser und nach Norden weit ins bayerische Voralpenland. Direkt am Gipfel steht das Pendlinghaus, wo man eigentlich immer einkehren kann. Viele Kufsteiner wandern dort zum Sonnenaufgang oder Feierabend hoch, weil der Aufstieg von der Thierseer Seite aus recht zügig und technisch unkompliziert machbar ist. Kürzer und beliebt ist die Wanderung zur Kala Alm am Pendling – wo du einen estrem guten Kaiserschmarrn bekommst.
–> das erwartet dich am Pendling
Berge in der Umgebung Kufstein
Neben den großen Namen wie dem Kaisergebirge und dem Pendling gibt es rund um Kufstein noch einige andere Gipfel und Höhenzüge, die bei den Einheimischen extrem beliebt sind. Diese Berge stehen oft ein bisschen im Schatten der berühmten Nachbarn, bieten aber gerade deshalb oft mehr Ruhe und ganz eigene, spannende Perspektiven auf das Inntal. Hier sind die wichtigsten Ziele in der direkten Umgebung, die du kennen solltest.
Der Thierberg mit seiner Schlosskapelle
Wenn du direkt von der Stadt aus eine kleine, unkomplizierte Tour machen willst, ist der Thierberg die erste Wahl. Er ist eigentlich eher ein bewaldeter Hügel als ein Hochgebirge, hat es aber in sich. Oben thront die Thierberg-Kapelle in einer alten Burgruine, die man schon von weitem sieht. Besonders toll ist der Aussichtsturm direkt neben der Kapelle, von dem aus du einen perfekten Blick über das Kufsteiner Becken hast. Der Weg führt meist durch den Wald und ist auch im Winter oft gut begehbar, was ihn zu einem idealen Ziel für einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang macht.
–> alle Details zum Thierberg
Der Maistaller Berg
Auf der südwestlichen Seite der Stadt liegt der Maistaller Berg. Er ist der klassische „Trainingsberg“ der Kufsteiner. Hier triffst du weniger Touristen und mehr Einheimische beim Trailrunning oder beim schnellen Walken nach der Arbeit. Der Berg ist fast komplett bewaldet, was ihn im Sommer angenehm schattig macht. Es gibt dort ein dichtes Netz an Forstwegen und Steigen, die sich bis hinüber nach Schwoich ziehen. Auch wenn es hier keinen markanten Gipfelfelsen gibt, finden sich immer wieder schöne Lichtungen, die den Blick auf den Inn und die gegenüberliegende Festung freigeben.
Das Kranzhorn und seine zwei Gipfelkreuze
Etwas weiter nördlich bei Erl liegt das Kranzhorn, das optisch sofort ins Auge sticht. Das Besondere an diesem Berg ist seine Lage direkt auf der Grenze zwischen Tirol und Bayern. Deshalb stehen auf dem Gipfel auch zwei Kreuze – ein österreichisches und ein bayerisches. Das Kranzhorn ist bekannt für seine markante, fast pyramidenförmige Gestalt. Der Aufstieg ist abwechslungsreich und führt über schöne Almwiesen. Oben angekommen, hast du eine der besten Aussichten auf den Innverlauf, der sich hier wie eine Schlange durch das Tal windet. Es ist ein echtes Highlight für jeden, der Grenzgeschichten und weite Panoramen liebt.
Der Pölven als massiver Grenzstein
Südlich von Kufstein, bei Schwoich und Bad Häring, ragt der Pölven auf. Er sieht aus wie ein riesiger, flacher Klotz, der in der Landschaft vergessen wurde. Der Pölven unterteilt sich in den Großen und den Kleinen Pölven. Das Plateau oben ist bewaldet, aber an den Abbruchkanten hast du spektakuläre Tiefblicke. Er gilt als ein eher ruhiger Wanderberg, da der Aufstieg durch die steilen Flanken recht schweißtreibend ist. Von oben schaust du direkt auf das Sölllandl und die Rückseite des Wilden Kaisers, was eine ganz neue Perspektive auf das Gebirge ermöglicht.
Der Spitzstein als Aussichtskanzel im Norden
Ebenfalls im Bereich Erl liegt der Spitzstein. Er ist der höchste Berg im direkten Umkreis der Erler Seite und ein klassischer Aussichtspunkt. Der Weg nach oben führt über offenes Almgelände, was im Winter bei stabiler Lage oft auch für Schneeschuhwanderer interessant ist. Direkt unter dem Gipfel liegt das Spitzsteinhaus, eine sehr gemütliche Hütte, die oft auch in der Nebensaison bewirtschaftet ist. Vom Gipfel aus reicht der Blick bei gutem Wetter im Norden weit ins bayerische Voralpenland bis zum Chiemsee und im Süden tief in die Zentralalpen.

